[Die Bildergalerie zu den Bosch Hockenheim Historic befindet sich am Ende des Textes]
Jim Clark, Formel-1 Doppelweltmeister 1963 und 1965 ist einer dieser goldenen Namen aus einer längst vergangen Ära. Jim Clark gilt neben Jackie Steward, Alain Prost und natürlich Ayrton Senna als einer der besten Formel-1 Fahrer aller Zeiten. Clark sollte 1968 während eines Formel-2 Rennens tödlich mit seinem Lotus auf dem Hockenheimring verunglücken. Colin Chapman, der Lotus-Eigentümer und gute Freund Clarks, ließ dessen Unfall später untersuchen, wobei ein schleichender Plattfuß als Unfallursache festgestellt wurde.
Zu Clarks Ehren wurde nun die Bosch Hockenheim Historic vom 13. – 15. April 2012 veranstaltet. Dabei soll vor allem eine längst vergangene Zeit wiederbelebt werden und Motorsport aus vergangenen Tagen gezeigt werden. Die Veranstaltung kann mit zwölf verschieden Rennserien punkten und leidet somit nicht unter mangelnder Abwechslung. Zu sehen ist alles; Vom Fiat 500 Abarth bis hin zum 880PS starken CanAm Prototypen. Rennserien wie die FIA Historic Formula One Championship ersetzen im Lautstärkepegel jede bessere Dorfdisko und bieten somit ein unvergessliches Sounderlebnis. Angenehm dabei die Varianz der Motorenklänge, mit welchen die Donnervögel an den Besuchern vorbeirauschen. Wir sind sicher, dass Spektrum würde manch einem DJ die Tränen in die Augen treiben
Für jeden Topf ein Deckel
Egal ob man Historische- Formelwagen, Prototypen oder Tourenwagen bestaunen möchte, zu finden sind diese bei den Bosch Hockenheim Historic. So kann ein Tag auf der Tribüne ganze Motorsport-Dekaden abdecken.
Auf unserem Tribünenplatz sahen wir Samstagmorgens erst die eleganten Formel Rennwagen, welche sich gegenüber ihren modernen Brüdern nicht zu verstecken brauchen. Sound, aber vor allem Aussehen, sind hier noch Besonders und Abwechslungsreich. Wenig später schon, rasten ebendiese modernen Formelrennwagen im Rahmen der Boss GP durch die wunderbare Sachs-Kurve und ließen V12, V8 oder schrille V10 Soundschleppen zurück. Nach einer kleinen Stärkung am Mittag, bietet sich ein neues Bild in der Sachs-Kurve: Der „Kampf der Zwerge“. Mini Cooper gegen Fiat 500 Abarth wuseln über das Asphaltband und jedem Zuschauer steht ein „Och schau mal wie schön die Kinder spielen!“ ins Gesicht geschrieben. Nicht lange jedoch, bevor die Spezial Tourenwagen Trophy H&R Cup wieder ein ganz neues Bild von modernen Rennwagen abgibt.
Als Höhepunkt muss allerdings, unserer Meinung nach, die NKHTGT erwähnt werden. Die Renntourenwagen dieser Serie lassen jedes Oldtimer-Herz hoch bis zur Lederkappe schlagen. Die Kämpfe im Feld sind durchaus heftig, aber stets fair. Die Amateur-Fahrer schenken sich und ihren Wagen keine Ruhe oder Verschnaufpause. Besondere Erwähnung muss hier noch der Star der Sachs-Kurve finden, Matthijs Bakker aus den Niederlanden mit seiner Chevrolet Corvette Grand Sport von 1963, bot den begeisterten Zuschauern jede Runden ein neues Wölkchen blauen Reifennebels am Kurvenausgang. Aber auch der Ford GT40 von Georg Stummeyer lag bei den Sympathiepunkten in der Sachs-Kurve weit vorne.
Die Bosch Hockenheim Historic 2012 bot somit schönen historischen Motorsport, eine gelungene Erinnerung an einer der größten Formel-1 Fahrer überhaupt und die gesamte Palette an Motorsound zum genießen. Wir freuen uns auf nächstes Jahr!
Als Randnotiz bleibt dann nur zu vermerken, dass leider kein neuer Guinness-Weltrekord aufgestellt wurde, da „nur“ 815 Oldies anstatt der benötigten 949 Klassiker den Weg nach Hockenheim fanden. Trotzdem war es einer der emotionalsten Momente des Wochenendes, als sich die endlos lange Karawane an Oldtimern aller Facetten den Zuschauern präsentierte.





















